Schwangerschaft und Zähne

Schwangerschaft und Zahnpflege in der Zahnarztpraxis Kappel

Die zahnärztliche Betreuung während der Schwangerschaft sollte sich prinzipiell auf die erforderlichen prophylaktischen Maßnahmen fokussieren. Viele Studien zeigen, dass die Übertragung der für die Karies und Gingivitis verantwortlichen Bakterien in den ersten Lebensmonaten des Kindes stattfinden. Eine hohe Kariesanfälligkeit der Mutter korreliert häufig mit einem erhöhten Kariesrisiko ihrer Kinder. Deswegen ist es empfehlenswert –sofern notwendig- die Keimlast in der Mundhöhle der Mutter schon vor der Geburt zu reduzieren. Normalerweise finden eine professionelle Zahnreinigung im ersten und eine im dritten Trimester statt.

Typische Zahnfleischprobleme wie die Gingivitis treten häufiger während der Schwangerschaft auf. Grund dafür ist eine hormonell bedingte erhöhte Anfälligkeit. Man kann diese Probleme weitgehend vermeiden, indem die Mundhygiene auch zu Hause optimiert wird. Wir können Sie dabei sehr gerne mit Tipps unterstützen! Seit 2010 führen wir bei unseren schwangeren Patientinnen das „Zahnärztliches Kinderuntersuchungsheft“ der Zahnärztekammer NRW, in dem die kariespräventive Maßnahmen für die Kinder schon mit den genannten Untersuchungen bei der Mutter anfangen. So können Sie schon während der Zeit der „freudigen Erwartung“ einen Beitrag für die zukünftige Zahngesundheit Ihres Kindes leisten!

Natürlich können aber auch während einer Schwangerschaft akute Entzündungen und Schmerzen auftreten. Auch chronische Entzündungen können plötzlich starke Beschwerden verursachen. Eine Behandlung sollte aber möglichst vermieden werden. Besonders während des ersten Trimesters ist das Kind gefährdet und das Risiko einer Fehlgeburt erhöht. Der häufig mit einer Behandlungssituation verbundene Stress und evtl. indizierte Medikamente können ein Risiko darstellen. Röntgenbilder sollten nicht angefertigt werden, weshalb eine Diagnose nicht immer eindeutig gestellt werden kann. Im dritten Trimester ist das Risiko einer Frühgeburt erhöht, so dass auch in dieser Periode auf verschiebbare Therapien verzichtet werden sollte.

Um solche Situationen zu vermeiden, ist es sinnvoll schon beim bestehenden Kinderwunsch den  Zustand der Zähne klinisch und röntgenologisch überprüfen zu lassen. So können vorhandene Probleme rechtzeitig erkannt und behandelt werden.  Aber auch das Zahnfleisch sollte kontrolliert werden: einzelne Studien belegen beispielsweise, dass parodontal erkrankte Patientinnen eine längere Zeit brauchen, um schwanger zu werden, als parodontal gesunde.

Die Beseitigung der Schmerzen ist aber auch während der Schwangerschaft in den meisten Fällen möglich. Wurzelkanalbehandlungen z. B. können mit Endometriegeräten –welche die Kanallänge bestimmen können- auch ohne Röntgenbilder sehr genau durchgeführt werden. Die endgültige Wurzelfüllung sollte aber erst nach Beendigung der Schwangerschaft und der Stillzeit stattfinden. Kariöse Zähne können erst mal provisorisch behandelt werden und als Lokalanästhetikum können sichere Präparate verabreicht werden.

Haben Sie Fragen? Sprechen Sie uns bitte an!